Gesundheit als Erfolgsfaktor
Teaser:
Corporate Health wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor, da steigende Kosten und Belastungen betriebliches Gesundheitsmanagement zu einer unternehmerischen Notwendigkeit machen und gesunde Mitarbeitende die Produktivität, Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen stärken.

Das Thema Corporate Health (gesunde Unternehmen) wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor – auch für kleine und mittlere Unternehmen. Angesichts massiv steigender Sozialversicherungskosten sowie wachsender Belastungen für Mitarbeitende im beruflichen und privaten Umfeld ist betriebliches Gesundheitsmanagement längst keine Kür mehr, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit. Gesunde Mitarbeitende bedeuten gesunde Unternehmen – produktiver, resilienter und zukunftsfähiger.
Ausgangslage und Treiber
Gesundheitsmanagement wird im Schweizer KMU-Umfeld zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Ursachen dafür sind die demografische Entwicklung mit alternden Belegschaften, die Verschmelzung von Beruf und Familie im Rahmen von New Work, der digitale Wandel mit wachsender Geschwindigkeit, der anhaltende Fach- und Kompetenzmangel sowie ein neues Führungsverständnis, das auf Vertrauen, Mitbestimmung und Eigenverantwortung setzt.
Das berufliche wie private Umfeld fordert Mitarbeitenden immer mehr ab. Der steigende Personalmangel, der dazu führt, dass verbleibende und vermeintlich gesunde Mitarbeitende noch mehr leisten müssen, verstärkt Überlastung und Ausfall- sowie Burnout-Risiken.
Laut Gesundheitsförderung Schweiz fühlt sich jede vierte arbeitende Person gestresst, jede zweite ist emotional erschöpft. Die daraus resultierenden Kosten belaufen sich auf jährlich CHF 6,5 Milliarden, wovon CHF 1,5 Milliarden auf Absenzen entfallen.
« Betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine Frage der Unternehmens- und Zusammenarbeitskultur. »
Alexander Beck
Inhaber Beck Human Resources Consulting
Besonders jüngere Menschen sind betroffen. Zusätzlich zeigen Studien, dass über 50 Prozent der Mitarbeitenden trotz Krankheit arbeiten – weder gesund noch produktiv (Quelle, Fachhochschule Bern, 2024).
Mehr als ein Schlagwort
Gesundheitsmanagement ist weit mehr als eine Pflichtübung. Studien belegen klar: Gesunde Unternehmen arbeiten wirtschaftlich erfolgreicher, da Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung höher, Fluktuation und Krankheitskosten dagegen tiefer sind.
Dabei gilt: Unternehmen und Mitarbeitende tragen gemeinsam Verantwortung. Über die reine Fürsorgepflicht hinaus umfasst BGM sowohl harte Faktoren wie Kostenkontrolle bei Absenzen und Versicherungen als auch weiche Faktoren wie Präventionsmassnahmen, eine wertschätzende Zusammenarbeit, offene Führungskultur und transparente Kommunikation im Unternehmen.
Harte und weiche Faktorenim Überblick
Harte Faktoren: Direkter Lohnersatz wegenAusfällen sowie Krankentaggeld- und Unfallversicherungskostensteigen kontinuierlichund belasten KMU direkt (Lohnkosten).Investitionen in Gesundheitsmanagementhelfen, diese direkten und indirekten Lohnkostenim Griff zu behalten.
Weiche Faktoren: BGM bedeutet nichtFrüchtetage oder Fitnessabos, sondern dieGestaltung eines respektvollen Arbeitsumfeldsmit klaren Prozessen und modernerFührungskultur. Entscheidend ist, dasThema Gesundheit offen zu thematisierenund nachhaltig im Alltag zu verankern undnicht zu tabuisieren.
Rolle der Führungspersonen im Unternehmen
Führungskräfte sind Schlüsselfaktoren für Motivation, Zufriedenheit und Bindung. Ihre Haltung prägt die Unternehmenskultur und wirkt direkt auf Produktivität und Ausfälle. Ein modernes Verständnis von BGM ist deshalb ein zentrales Element der Mitarbeiterbindung – und ein Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente.
Drei Schritte zum nachhaltigen Gesundheitsmanagement
- Ist-Aufnahme und Analyse der Ausgangslage: Erhebung des Ist-Zustands mittels Mitarbeiterumfragen, Absenzenstatistiken und Ursachenanalysen, sogenannte Stressoren.
- Erste konkrete Massnahmen: Optimierung des Gesundheitsschutzes und professionelle Betreuung ausgefallener Mitarbeitender Einführung präventiver Massnahmen wie z. B. fixer Pausen oder Definition von Prozessen mit klaren Schnittstellen und Verantwortlichkeiten.
- Etablierung eines BGM-Modells: Aufbaueines Dreisäulenmodells bestehend aus Arbeitssicherheit, Care-Management und Prävention sowie Integration und Case Management. Verankerung des Themas auf Stufe Geschäftsleitung und Bereitstellung finanzieller Ressourcen für konkrete Umsetzungsmassnahmen und Projekte.
Gesunde Unternehmen arbeiten erfolgreicher – messbar in Produktivität, Zufriedenheit und geringerer Fluktuation.
Fazit
Betriebliches Gesundheitsmanagement ist keine Modeerscheinung, sondern eine notwendige Antwort auf gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Entwicklungen. Es schafft für KMU einen klaren Wettbewerbsvorteil, indem Kosten gesenkt, Mitarbeitende gebunden und die Arbeitgeberattraktivität gesteigert werden.
Gesunde Unternehmen arbeiten erfolgreicher – messbar in Produktivität, Zufriedenheit und geringerer Fluktuation.
